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Kennzahlenvergleich im Tischlerhandwerk
- ein wirksames Instrument zum Steuern und Kontrollieren

Betriebswirtschaftliches Controlling ist nachgewiesener Maßen ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Unternehmensführung. Dabei werden folgende Ziele verfolgt:
 
1.    Jeder Betrieb soll die Möglichkeit erhalten, in knapper prägnanter Form seine Stärken und Schwächen nach einem objektiven Schema beurteilen zu können
2.    Daraus lassen sich Prioritäten ableiten, wo Maßnahmen anzusetzen sind, um die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu verbessern
3.    Die regelmäßige Teilnahme an dem Kennzahlenvergleich ermöglicht das Beurteilen der Wirksamkeit von Maßnahmen, die in der Vergangenheit ergriffen worden sind.
4.    Die branchenspezifische Auswertung ermöglicht eine klare Positionierung der eigenen Leistung unabhängig von der spezifischen fertigungstechnischen Ausrichtung
5.    Die Kennzahlen können ideal zur Dokumentation der Bonität des Betriebes herangezogen werden und stärken den Betrieb in seinen Gesprächen mit der Bank, ein optimales Rating herbeizuführen.
 
Um den unterschiedlichen Eigentümerstrukturen gerecht zu werden, ist es wichtig Kapitalgesellschaften und Einzelunternehmen durch die systematische Berücksichtigung eines kalkulatorischen Unternehmenslohns abzugleichen. Auch die unterschiedlichen Finanzierungsstrukturen können einfach durch die Berücksichtigung einer kalkulatorischen Eigenkapitalverzinsung berücksichtigt werden, schließlich ist es das Grundziel eines jeden Unternehmens, dass sich der gesamte Kapitaleinsatz angemessen verzinst und dadurch der Betrieb langfristig stabil bleiben kann.
 
Im Rahmen des Kennzahlenvergleichs sind folgende 11 Kennzahlen vorgesehen:
 
1.    Umsatz/Mitarbeiter
2.    Wertschöpfung/Mitarbeiter
3.    Wertschöpfung/Stunde
4.    Stundenkostensatz
5.    Gesamtkapitalrentabilität
6.    Wertschöpfungsfaktor Personal
7.    Anteil CNC-Stunden
8.    Krankheitsstunden/Mitarbeiter
9.    Eigenkapitalquote
10. Anlagendeckung
11. Liquiditätsgrad
 
Dabei werden Zahlen der G&V bzw. Bilanz des vergangenen Jahres herangezogen.
 
Umsatz bzw. Wertschöpfung pro Mitarbeiter
Dies ist eine wichtige Kennzahl für die Planung von Betrieben. Sie stellt einen guten Gesamtvergleich im Hinblick auf die Produktivität dar. Schwächen in diesen Bereich deuten auf eine mangelnde Kundenansprache hin. Erscheinungsbild, Marketing sind hier Punkte, die es zu bedenken gilt. Die Wertschöpfung pro Mitarbeiter ist die Referenz im Rahmen des Tarifvertrages.
 
Wertschöpfung/Stunde
Die wesentliche Kennzahl zur Beurteilung der Produktivität des Betriebes. Dabei wird der Rohgewinn auf die „produktiven Stunden“ bezogen, also auf die gesamte Personalkapazität, die für die Abwicklung der Aufträge eingesetzt wurde. Damit lassen sich auch verschiedene Produktschwerpunkte im Betrieb im Hinblick auf deren Beitrag zur Gesamtproduktivität gut vergleichen. Eine schwache Wertschöpfung pro Stunde lässt auf mangelnde Organisationsabläufe schließen. Schwächen in der Zeitwirtschaft wie auch die Gestaltung des direkten Arbeitsumfeldes sind wesentliche Faktoren, die diesen Kennwert beeinflussen.
 
Stundenkostensatz
Hierfür werden zunächst die gesamten betrieblichen Kosten ermittelt und ebenfalls auf die „produktiven Stunden“ verteilt. Dies gibt die durchschnittliche Kostenbelastung pro Stunde dar, kann aber nicht für die Ableitung von Maschinenstundensätzen herangezogen werden. Entscheidend ist aber, dass der Stundenkostensatz unter der Wertschöpfung/Stunde liegt. Dies wird in der Auswertung als prozentuale Über- bzw. Unterdeckung ausgewiesen. Hier kann nur eine Einzelkostenanalyse dazu beitragen, Ursachen für hohe Kostenbelastungen herauszuarbeiten.
 
Gesamtkapitalrentabilität
Aus Sicht der Bank ist es wichtig, dass sich das gesamte Kapital im Betrieb ausreichend verzinst, nur dann ist die Rückzahlung der gewährten Darlehen gesichert. Diese Kennzahl ist ein wichtiger Indikator wie effektiv das Kapital im Betrieb eingesetzt wird. Schwächen in diesen Bereich erfordern eine systematische Bewertung von Investitionen im Sach- und Personalbereich im Hinblick auf deren Wirtschaftlichkeit.
 
Debitoren-Umschlagdauer
Die Debitoren-Umschlagdauer veranschaulicht, wie viele Tage die noch nicht bezahlten Kundenforderungen vorfinanziert werden. Sie hat einen direkten Einfluss auf die Liquidität und gibt Hinweis auf eventuelle Schwächen im Forderungsmanagement des Betriebes.
 
Lieferanten-Umschlagdauer
Die Lieferanten-Umschlagdauer ist das Pendant zur Debitoren-Umschlagdauer. Sie veranschaulicht wie viele Tage man die Lieferantenrechnungen in Anspruch genommen hat und gibt einen direkten Hinweis auf die eigene Zahlungs- bzw. Skontierfähigkeit.
 
Lager-Umschlagdauer
Angesichts der großen Materialvielfalt bei der Abwicklung der Kundenaufträge ist es ein entscheidender Erfolgsfaktor im Unternehmen, wie er sein Lager organisiert und einen ausreichenden Lagerbestand sicherstellt. Hohe Lagerbestände bedeuten eine hohe Kapitalbindung und verweisen auf Mängel in der Abstimmung mit den Lieferanten hin.
 
Eigenkapitalquote
Der Anteil des Eigenkapitals an der gesamten Bilanzsumme ist der wichtigste Ratingfaktor. Er verdeutlicht die Haftungsreserve im Betrieb als Sicherheit für die extern gegebenen Darlehen der Bank. Wenn dieser Wert unter 25 Prozent sinkt, ist man gut beraten, seine Beleihungsreserven zusammenzustellen, die Entnahmen genau zu kontrollieren und durch Umschichtung von Vermögenswerten die Eigenkapitalquote wieder zu erhöhen.
 
Anlagendeckung
Die Kennzahl steht für die finanzielle Struktur eines Betriebes. Langfristiges Vermögen soll möglichst vollständig auch durch langfristige Verbindlichkeiten abgedeckt sein. Das Anlagevermögen stellt die Basis für den Betrieb dar und sollte nicht durch kurzfristige Verbindlichkeiten in Gefahr gebracht werden können. Dies ist häufig auch der Grund für Betriebsaufspaltungen, um das Anlagevermögen in einer Besitzgesellschaft besser zu schützen. Sofern sich für die Anlagendeckung Werte von weniger als 100 Prozent ergeben, sollte die Finanzierungsstruktur im Unternehmen überprüft werden. Durch Umschichtungen von kurzfristigen Kontokorrentkrediten hin zu langfristigen Darlehen kann hier die finanzielle Sicherheit für den Betrieb verbessert werden.
 
Finanzierungsgrad
Der Finanzierungsgrad stellt die kurzfristigen Forderungen und Barbestände ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Er ist ein wichtiger Indikator für die Zahlungsfähigkeit eines Betriebes, dessen oberste Priorität immer sein sollte, eine ausreichende Liquidität sicherzustellen. Jeder Betrieb sollte jeden Monat einen klaren Überblick über seine Forderungen und Verbindlichkeiten haben, damit man bei Liquiditätsengpässen eine ausreichende Dokumentation zur Verfügung hat, um durch Anpassung von Kontokorrentkreditlinien die Liquidität sicherzustellen zu können.
 
Die Erhebung der erforderlichen Daten des Kennzahlenvergleichs beschränkt sich auf 10 Daten jeweils aus der Gewinn- und Verlustrechnung wund der Bilanz. Hinzu kommen Daten über die Struktur der Mitarbeiter und der Stunden. Den Erhebungsbogen kann sich jeder Betrieb im Internet unter....herunterladen. Die Auswertung kostet den Betrieb lediglich 65 Euro. Dafür erhält er eine Dokumentation für jede Kennzahl durch die Darstellung:
 
  • Eigener Wert (EW)
  • Durchschnittswert
  • Soll-Wert
  • Spannweite (Kleinster Wert – Größter Wert)
Die Darstellung auf einer „Ampel“ verdeutlicht sehr anschaulich, wie sich der Betrieb im Hinblick auf jeweilige Kennzahl einschätzen kann.
 
Auswertung Eigenkapital-Quote
 
Im Anhang erhält der Betrieb zudem eine kurze Erläuterung zu jeder Kennzahl, wie diese ermittelt wurde sowie allgemeine Hinweise, welche Aspekte für die Verbesserung der jeweiligen Kennzahl besonders wichtig sind. So hat er eine erste Auswertung mit Hinweisen, wo und wie er sich verbessern kann.
 
Durch die regelmäßige Teilnahme kann der Betrieb auch die Entwicklung der verschiedenen Kennzahlen nachvollziehen. Er weiß wo er im Bezug zu seiner Branche steht und kann das Rating bei seiner Bank systematisch verbessern. Das TZH steht zudem für weitergehende Analysen und Beratungen vor Ort zur Verfügung, um die Situation im Detail zu analysieren, Maßnahmen abzuleiten und das betriebliche Controlling weiterzuentwickeln.

 

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Die weite Welt der Apps  

 

Um Tischlern hier einen besseren Überblick zu verschaffen haben wir Ihnen eine Übersicht über interessante und nützliche Apps zusammengestellt. Vom Aufmaß über Produktkataloge und rechtliche Fragen bis hin zu Werkzeugen sind Apps nach verschiedenen Kategorien unterteilt, die die Suche erleichtern.

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